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Talentschule neu

Bürgermeister Tim Kähler ist hoch erfreut. Die Gesamtschule Friedenstal ist eine von 35 Talentschulen NRW geworden. Das ist eine ganz besondere Auszeichnung, wenn man bedenkt, dass sich insgesamt 149 Schulen aus ganz NRW für den Schulversuch beworben haben. Im Rahmen eines Pressgesprächs Anfang Februar bedankte er sich bei allen Beteiligten in Schule und Stadtverwaltung, die sich dafür eingesetzt haben, dies zu ermöglichen.

Eine Talentschule passe genau zu den Zielen der Stadt Herford, denn die wichtigste Investition sei die in die Köpfe unserer Kinder, da Deutschland einfach keine Bodenschätze habe, sagte Kähler. Man lerne schließlich für das Leben und ein Teil des Lebens sei die Erwerbstätigkeit; deswegen sei die bereits vorhandene Kooperation der Schule mit ortsansässigen Unternehmen zusammen mit den neuen Fördermöglichkeiten der Talentschule eine große Chance für die Gesamtschule Friedenstal, für deren Schülerinnen und Schüler und auch für deren Eltern. Gerade der im Rahmen des Schulversuchs gewählte Schwerpunkt MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sei wichtig für die Region Herford. Außerdem sei es nicht von Nachteil, wenn eine Schule der Stadt Herford besonders gewürdigt werde. Gute Schulen seien auch ein wichtiger Standortfaktor.

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Das sieht auch Stefanie Bonhaus, die didaktische Leiterin der Gesamtschule Friedenstal, so. Sie sieht in der Auszeichnung auch eine Bestätigung der bisherigen Arbeit. An der Schule sei man schon immer überzeugt gewesen, dass alle Kinder Interessen und Talente hätten, die es zu finden und zu fördern gelte. Die Schule bekomme nun zusätzliche Lehrerstellen, eine noch bessere Ausstattung, mehr Fortbildungen und werde bei der Entwicklung als Talentschule wissenschaftlich begleitet. Dadurch habe man mehr Möglichkeiten die Schülerinnen und Schüler, die sich durch eine große Leistungs- und Kulturvielfalt auszeichneten, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu fördern. Als ein Beispiel nennt Stefanie Bonhaus Unterrichtsgänge zur nahegelegenen Werre, die nun im Rahmen eines ganz neuen Schulfaches und mit mehr Lehrpersonal den Forscherdrang der Kinder wecken könnten.

Die Vertreter der Herforder Firma Febrü, die wie insgesamt 18 weitere Unternehmen im Rahmen des von der Stadt Herford initiierten „Qualitätszirkels Schule – Wirtschaft“ mit der Schule kooperiert, begrüßen diese Entwicklungen. Ausbildungsleiter Thorsten Kallisch betonte im Pressegespräch, dass gerade für mittelständische Unternehmen der digitale Wandel ein sehr großes Thema sei und dass „Unternehmen 4.0“ bereits mit „Bildung 4.0“ anfange. Die in die Fertigung einziehende Robotik solle dabei aber nicht den Menschen ersetzen, sondern körperlich schwere Arbeit erleichtern. Marketingleiterin Brunhild Redeker ergänzte, dass junge Menschen sich bei der Arbeit wohlfühlen und mit Freude dabei sein sollten. Sie begrüßt es, dass die Schülerinnen und Schüler bereits in der Schule sich intensiv ausprobieren können. Sie ist überzeugt, dass man so langfristig dem Fachkräftemangel entgegenwirken kann und auch die Abbrecherquote bei den Ausbildungen minimieren kann, da die Schülerinnen und Schüler ihre Interessen und Talente genau kennen, wenn sie von der Schule in die Arbeitswelt übergehen. Die Firma Febrü habe bislang gute Erfahrungen mit Praktikanten und Auszubildenden der Gesamtschule gemacht und freue sich auf die weitere Zusammenarbeit.


Erfreut über die Ernennung der Gesamtschule zur Talentschule  ist auch Wolfgang Berkemeier, der Schulpflegschaftsvorsitzende. Er betonte, dass die Lernprozesse an der Gesamtschule Friedenstal sehr individualisiert seien und die Kinder Zeit hätten zu reifen und wachsen. Berkemeier hob auch hervor, dass die Eltern von Anfang an in die Bewerbung als Talentschule einbezogen waren. 

Es kommen nun spannende sechs Jahre auf die Gesamtschule Friedenstal und die Stadt Herford zu. Im Rahmen des Schulversuchs des Landes NRW wird die Schule zusätzliche Angebote im MINT-Bereich aufbauen, die es mit Inhalten zu füllen gilt. Der Schulträger ist dazu verpflichtet, sich um eine gute bauliche und digitale Ausstattung der Schule zu kümmern, und kann dabei auch auf gezielte finanzielle Förderungen vom Land zurückgreifen. Es gibt einen regelmäßigen Austausch mit allen Beteiligten und Evaluationen die wissenschaftlich begleitet werden.

Nähere Informationen zum Konzept Talentschule findet man auf der Seite des Ministeriums: Talentschule NRW

 

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