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Gesellschaftswissenschaften

An der Gesamtschule Friedenstal setzt sich der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften in den Jahrgängen 5 – 10 (Sekundarstufe I) aus folgenden Fächern zusammen: Gesellschaftslehre (GL), Arbeitslehre-Wirtschaft (ALWI) und Praktische Philosophie (PPL).

In der gymnasialen Oberstufe (Sekundarstufe II) ist der Bereich Gesellschaftswissenschaften durch die Fächer Erziehungswissenschaft (Pädagogik), Geschichte und Sozialwissenschaften vertreten. Dabei ist Erziehungswissenschaft als gesellschaftwissenschaftliches Schwerpunktfach in der Sekundarstufe II Bestandteil des Schulprogramms unserer Schule und wird somit regelmäßig als Leistungskurs angeboten.

Gesellschaftslehre (Sek I)

Das Fach Gesellschaftslehre (GL) ist ein Zusammenschluss aus aus drei Fächern: Erdkunde, Politik und Geschichte. Das hat den großen Vorteil, dass hier fächerübergreifender Unterricht ermöglicht wird, was bei den im Kernlehrplan vorgegebenen Themen sinnvoll ist.

Eine Besonderheit des Fachs GL an der Gesamtschule Friedenstal sind die GL-Fahrten, die in den Jahrgangsstufen 5-9 statt finden. Fast jeder war in Oerlinghausen, um die Steinzeitmenschen zu erkunden (Jg. 5), die Römerfahrten (Jg.6) nach Haltern oder Kalkriese sind den meisten bekannt. Dazu kommen Fahrten zum Thema Mittelalter (Jg.7) und industrielle Revolution (Jg.8), meist nach Bielefeld in die Ravensberger Spinnerei oder zur Sparrenburg. Zuletzt steht für den 9. Jahrgang eine Fahrt zu einem düsteren Teil der deutschen Geschichte an, zur Wewelsburg oder in das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Diese Fahrten machen die Unterrichtsinhalte lebendig, so dass sie nicht nur theoretisches Wissen aus Büchern sind.

Neben dem eigentlichen Unterricht und den Fahrten gibt es jedes Jahr Lesungen, wie die des Autoren Dirk Reinhardt, der aus seinem Buch "Die Edelweißpiraten" liest.

Zeitzeugenbefragungen z.B. zum Thema Nuklearkatastrophe in Tschernobyl, die heute noch nachwirkt, politische Diskussionen und vieles mehr gehören zum GL-Unterricht.

Wenn Schüler und Schülerinnen ein kritisches Umweltbewusstsein entwickeln, Demokratie leben, soziale Verantwortung tragen lernen, politische Urteilsfähigkeit entwickeln und die mediale Welt kompetent nutzen, dann sind die Ziele des Fachs Gesellschaftslehre erreicht.

Geschichte (Sek II)

Geschichte

Wer die Gegenwart verstehen und kritisch beurteilen will, muss sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Wer etwa gegenwärtige Probleme und aktuelle Konflikte verstehen will, muss die vergangene Entwicklung der beteiligten Völker untersuchen.

Erkenntnisse über die Vergangenheit gewinnt der Geschichtswissenschaftler (Historiker) aus Quellen, die analysiert, interpretiert und kritisiert werden müssen, um Informationen über vergangenen Zeiten zu erhalten. Quellen sind zum Beispiel: Urkunden, Briefe, Tagebücher, Reden, Flugblätter, Plakate, Karten, Statistiken, Bilder, Karikaturen.

Ähnlich wie der Historiker gehen wir im Geschichtsunterricht der Oberstufe mit solchen Quellen um. Wir entwickeln zuerst Fragestellungen. An diesen orientiert untersuchen wir Quellen und werten sie aus. Ziel ist das selbstständige Forschen und Lernen. Dazu sollte möglichst die Geschichte der unmittelbaren Lebensumwelt mit einbezogen werden: die Geschichte der eigenen Familie, der Stadt, der Region, einer bestimmten Fabrik etc.
Der Umgang mit historischen Quellen soll dazu führen, anhand der Entwicklung von Fragestellungen und der Analyse von historischem Material zu begründeten Urteilen über historische Sachverhalte zu gelangen, die dann eine angemessene Wertung ermöglichen.

Die Kompetenzen, durch die die Materialien erschlossen werden, und die für die Methode der kritischen Analyse und Interpretation benötigt werden, sind schon im Gesellschaftslehreunterricht der Sekundarstufe 1 eingeführt worden. Sie werden in der Sekundarstufe 2 ab der Einführungsphase systematisch weiterentwickelt.

Pädagogik (Sek II)

Das Fach Pädagogik (Erziehungswissenschaft) ist an der Gesamtschule Friedenstal im Oberstufenbereich ein Schwerpunktfach der Gesellschaftswissenschaften

Im 11. Jg (EF) geht es zunächst mit dem großen Thema: Bildung- und Erziehungsprozesse los. Dies bedeutet konkret eine Auseinandersetzung damit, was Erziehung ist und weshalb Menschen erziehungsbedürftig sind. Lernbedürftigkeit und Lernfähigkeit des Menschen und auch unterschiedliche Theorien darüber wie das Lernen funktioniert sind ebenfalls Unterrichtsgegenstand. Es geht darum: Wie funktioniert "Lernen"? Wie lernt ein Mensch? Welche Erziehungsstile und Erziehungsziele gibt es? Wohin führen sie und welches pädagogische Verhältnis prägt den Erziehungsprozess?
Im 12. Jahrgang (Q2) beschäftigt man sich mit der Thematik: Entwicklung, Sozialisation und Erziehung in Familie und Schule. Hierbei wird auch der Einfluss der Medien thematisiert. Später beschäftigen wir uns mit der Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen, aber auch das Erwachsenenalter wird betrachtet. Identitätsentwicklung wird als lebenslanger Prozess gesehen. Hierbei geht es auch um pädagogische Förderung einer positiven Identitätsentwicklung. Dies wird mit Hilfe ausgewählter Modelle (z.B. Hurrelmann) diskutiert und auch anhand von Fallbeispielen erörtert. Werte, Normen und Ziele in Erziehung und Bildung beschreiben weitere Unterrichtsinhalte im Fach Pädagogik. Konkret betrachtet man im Unterricht z.B. die Moralentwicklung des Menschen nach Kohlberg, der dies in seinen " Just Community- Einrichtungen" (Schulen) erprobt hat.
Weitere Unterrichtsinhalte der Q1 umfassen "Historische und kulturelle Erziehungs- und Bildungsprozesse". Einerseits betrachtet man z.B. die Erziehung im NS-Staat mit ihrer Auswirkung auf Kinder und Jugendliche, anderseits beschäftigt man sich mit reformpädagogischen Konzepten (z.B. Montessori-Pädagogik). Hier geht es aber auch um die Erörterung von Chancen und Möglichkeiten interkultureller Bildung. Dabei dient das Modell von Nike dem Verständnis der Thematik.
Die Q2 (Jg 13) befasst sich im Pädagogikunterricht mit der pädagogischen Professionalisierung in unterschiedlichen Institutionen. Hierbei geht es auch um die Betrachtung pädagogischer Berufsfelder (Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter etc.), um die Funktion von Schule und um pädagogische Entwicklung in Vorschuleinrichtungen.

Auskunft gibt: 

Dr. Marion Adriaans

Fachkoordinatorin Gesellschaftslehre

Salzufler Straße 129
32052 Herford

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