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Datum: 17.11.2018

„Was geht mich das heute noch an?“

Diese Frage stellten sich die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Friedenstal am 09. November 2018 zum Gedenken an den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht.

Wieder einmal ist es den Schülerinnen und Schülern gelungen das Publikum zu berühren. Viele hatten am Ende Tränen in den Augen.
Gemeinsam mit ihrem Geschichtslehrer Markus Kucza und Renée Claudine Bredt des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken entwickelten sie eine Performance, die an die schrecklichen Geschehnisse erinnern; auf das sie sich niemals wiederholen. Das unterstrich auch Bürgermeister Tim Kähler in seiner Rede, der dazu aufrief, dass man sich gegen die Diskriminierung von Minderheiten mutig und offensiv entgegensetzten müsse. 
Neben Projektionen von alten Bildern der zerstörten Synagoge, des Konzentrationslagers Ausschwitz und von jüdischen Mitbürgerinnen verlasen die Schülerinnen und Schüler überlieferte Briefe jüdischer Herforder. Durch diese erfuhren die Zuschauer von ihren Erlebnissen während der Verfolgung. Ergänzt wurden die Schilderungen durch das Lesen von Auszügen aus dem Bericht von dem SS-Mann Kurt Gerstein, der detailliert die Ermordung der Juden in den Gaskammern beschreibt.

Zwischendurch wurden immer wieder Namen von deportierten und ermordeten Herforder Juden vorgelesen, auf das man sie niemals vergisst. Eingerahmt wurde das Programm durch Lesung von Gedichten zum Holocaust (z.B. Paul Celan: „Die Todesfuge“) und Lieder von Holocaustüberlebenden, wie der Sängerin Esther Bejarano.

Das Fazit der Schülerinnen und Schüler, die mit ihrer Performance an diesem Abend entschieden ein Zeichen gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit setzten und vor den Ereignissen in Chemnitz zu Zivilcourage aufriefen: „Das geht uns alle was an!“

Derya Yumusak sagt über das Projekt: „Ich habe beim Projekt mitgemacht, weil es heute noch ein wichtiges Thema ist und ich fand es toll ein Teil dieser Gedenkfeier zu sein. Außerdem hat es mich berührt, dass die Menschen noch so viel Leid mit sich tragen und es immer noch viele offene Wunden gibt. Mit der Teilnahme wollte ich zeigen, dass sie nicht alleine sind und so etwas nicht noch einmal zu Stande kommen soll.“ 
Soswin Mohammad berichtet aus ihrer Sicht: „Ich habe an dem Projekt teilgenommen, weil ich persönlich finde, man sollte dieses Thema nicht vergessen, denn es ist ein Teil unserer deutschen Geschichte und auch für die Zukunft noch relevant. Schließlich kann ich mit Stolz sagen, dass wir als Team mit dem Projekt die Menschen berührt und zum Nachdenken gebracht haben.“ 

Fotos von Ute Pahmeyer

Text von Anita von Kuczkowski und Markus Kucza

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