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„Nicht schweigen, sondern den Mund aufmachen. Nicht vergessen, sondern immer wieder erinnern.“

Esther Bejarano und die „Microphone Mafia“ singen am 17. Januar im Forum der Gesamtschule

Es ist still im voll besetzten Forum der Gesamtschule Friedenstal, als die 95jährige Esther Bejarano von ihren Erlebnissen als Gefangene im KZ Ausschwitz-Birkenau erzählt. Massenhaft eingepfercht in den Baracken, bekamen die Gefangenen ungenießbares Essen, was sie gerade am Leben hielt, um harte Zwangsarbeit zu leisten. Viele Menschen wurden davon krank. Es war ein Leben auf Zeit, denn spätestens, wenn man zu schwach wurde, wurde man in den Gaskammern ermordet.
Esther Bejarano hatte Glück und durfte, weil sie Klavier und Blockflöte spielen konnte, ins Mädchenorchester von Ausschwitz. Dieses habe, so erzählt sie, unter anderem die ankommenden Züge voller Juden an den Toren von Ausschwitz begrüßt. Eine schreckliche psychische Belastung sei das für die Mitglieder des Orchesters gewesen, da sie wussten, dass diese Menschen auf dem Weg in ihren eigenen Tod waren.
Esther Bejarano hat damals ihren Freundinnen versprochen, bis ans Ende ihres Lebens davon zu berichten, welche Verbrechen die Nazis begingen. Sie hat daher ein Buch geschrieben, liest in Schulen und singt gemeinsam mit der „Microphone Mafia“.
Das sind an diesem Abend Sohn Joram (67) und Kutlu Yurtseven (46). Gemeinsam schaffen sie es, die emotionale Stille nach der Lesung aus ihrem Buch „Erinnerungen“ mit dem „Rap gegen Rechts“ zu durchbrechen. „Weil Leben ist, da wo Freiheit ist – Viva la Liberta“, singen Esther Bejarano und ihre Begleiter. Gemeinsam schaffen sie es, das Publikum zum Mitsingen zu animieren, bis zum Schluss keiner mehr auf den Stühlen sitzt.
Die Botschaft des Abends bleibt dennoch warnend: „Nie wieder Krieg!“. Die schweigende Mehrheit dürfe nicht schweigen, sondern solle sich erheben gegen Rechts, damit sich diese deutsche Geschichte nie mehr wiederhole.



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