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Datum: 15.12.2018

...aufGEFührt 2018

Die weihnachtliche Bühnenshow der Gesamtschule Friedenstal, aufGEFührt, fand am 13. Dezember zum dritten Mal statt und etabliert sich allmählich. Die Veranstaltung ist nicht als traditioneller Weihnachtsabend oder als nur Weihnachtskonzert gedacht, sondern als künstlerische Begegnung von Schülern und Schülerinnen mit unterschiedlichen künstlerischen Interessen und unterschiedlicher kultureller Herkunft. Die Bühnenshow verband in temporeicher Weise in zwei kurzweiligen Stunden unterschiedliche Kunstformen zwischen Klavierspiel und Tanzworkshop, Theaterspiel und Rockband, was auch deshalb außerordentlich gut gelang, weil die Arbeitsgemeinschaft Veranstaltungstechnik unter Leitung von Reiner Mattern sorgfältig vorgearbeitet hatte und neben der Hauptbühne eine zweite Bühne mit vollständiger Technik für die Rockmusik-Beiträge aufgebaut hatte. 


Die Arbeiten aus dem Unterrichtsfach „Darstellen und Gestalten“ kamen ebenso auf die Bühne wie die Präsentationen der Workshops der Schauspielerin Christin Nichols und der Choreographin Annika Hofgesang, Beiträge aus dem Einzel- und Kleingruppenunterricht für Klavier und Auftritte der Schülerband und der Lehrer- und Ehemaligenband. 
Zu Beginn spielte die Oberstufenschülerin Diana Safoian den kleinen a-moll -Walzer (WN 63) von Frèderic Chopin, griff dann zum Mikrophon, um mit Karolina Schlei, ebenfalls aus der Oberstufe, den Abend zu moderieren. Die Moderation verband die unterschiedlichen Beiträge mit einem Roten Faden, der inhaltlich das Thema Weihnachten aufgriff und die Programmpunkte zum Weihnachtsfest in Bezug setzte. Weihnachten wurde dabei vor allem als Ort der künstlerischen Begegnung über kulturelle Schranken hinweg und als Ermutigung zum kreativen Ausbruch gesehen.

Bridjit Dontova (6c) spielte sehr sensibel eine Klavierfassung des Alan-Walker-Songs „Faded“, und Maria Raevsky (6a) gestaltete Bachs fantasieartig mäandrierendes c-moll-Präludium BWV 921 und Debussys Prélude „Des pas sur la neige“ („Schritte im Schnee“) spannungsvoll lebendig und sensibel differenzierend. Die beiden Schülerinnen zeigten danach eine andere Facette ihrer Interessen mit den Songs „Je ne parle pas français“ und „Leiser“, wobei Bridjit Dontova als Sängerin von Marina Seidel (7a) unterstützt wurde, Ronald Kimmel (10c) Gitarre spielte und Sascha Rüger als ehemaliger Schüler am Schlagzeug das Geschehen dynamisch vorantrieb. 
Der Unterricht in Darstellen und Gestalten zeigte dann zwei Beiträge. In diesem Unterrichtsfach werden bild-, musik-, sprach- und körperbezogene Ausdrucksformen in phantasievoller Weise miteinander kombiniert und in Richtung eines kreativen Theaterspiels entwickelt. Im Jahr 2016 hatte die Gesamtschule Friedenstal die Bielefelder Choreographin Annika Hofgesang zu einem Workshop eingeladen, und in diesem Jahr war sie wieder da. In diesem Tanzworkshop hatten die Schüler und Schülerinnen in fünf Unterrichtstagen ein knapp zehnminütiges Stück entworfen und aufführungsreif einstudiert, in dem sie ihren persönlichen Bezug der Schüler zum Tanz zum Thema machen konnten und die Gestaltungsmittel des Modern Dance und der Tanzimprovisation mit hörspielartigen Einspielungen verknüpften. Ein spektakulärer Schlusspunkt der ersten Programmhälfte. 
In der kurzen Pause setzte sich der Musiklehrer Ralf Strate, der die Organisation des Bühnenabends koordiniert hatte, selbst ans Klavier und spielte von Claude Debussy die „Hommage à Rameau“ aus dem ersten Heft der „Images“.

Die zweite Programmhälfte zeigte weitere sehr charmante Beiträge aus dem Fach Darstellen und Gestalten. In dem Schauspielworkshop der aus Theater, Film und Fernsehen bekannten Christin Nichols hatten die Schüler ausgehend von Friedrich Schillers Drama „Die Jungfrau von Orleans“ eigene Szenen zu den Themen „Mut“ und „Courage“ entworfen. Sie präsentierten diese sprachlich und schauspielerisch präzise und beeindruckten durch originelle Einfälle. 
Das Finale des Abends gestaltete die Lehrer- und Ehemaligenband mit Rocksongs, die passend zum vorweihnachtlichen Rahmen der Veranstaltung sehr emotional geprägt und romantisch waren. Es gab „Black Velvet“ von Alannah Myles, „How do you remind me“ von Nickelback und dann die ultraromantische Rockballade „I don‘t want to miss a thing“ von Aerosmith. Unvermittelt darauf folgte „No time for dreaming“ von Charles Bradley. An dieser Stelle wurde die Moderation überraschend originell und stellte die Frage, ob man sich zu Weihnachten seine Träume nehmen lassen sollte. Der Abschlusssong gab darauf die Antwort: „Wonderful Dream“, der Weihnachtssong, den Melanie Thornton am 24. November 2001 in Leipzig vorstellte, wenige Stunden, bevor sie im Flugzeug tödlich verunglückte. In der Folge dieses tragischen Ereignisses trat das Lied einen beispiellosen Erfolgszug an. Der Song verbindet die Texte von Coca-Cola-Werbejingles („holidays are coming“, „always the real thing“) mit Kernaussagen der christlichen Weihnachtsbotschaft („love and peace for everyone“) und spiegelt in dieser Kombination die zwei gegensätzlichen Seiten des Weihnachtsfestes, wie es aktuell begangen wird. Die Musik ist dementsprechend vergleichsweise komplex und ergänzt die Sologesangspartie mit einem umfangreichen Background-Chor. Hier fanden Lehrer- und Schülerband zusammen und entließen die begeisterten Besucher in Vorfreude auf die Weihnachtsferien.

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